27.09.2021  |  Aktuelles  |  TSV Bayer Dormagen Handball GmbH

Wiesel kämpfen in Coburg wie die Löwen

Wie schon in Hamm gewann der TSV Bayer Dormagen am Samstag in Coburg die zweite Halbzeit. Doch auch in Oberfranken konnten die Wiesel beim zweiten Auswärtsspiel der Saison 2021/22 keine Punkte erbeuten. Es war allerdings äußerst knapp, der HSC 2000 Coburg feierte den glücklichen 28:27-Erfolg vor 1046 Zuschauern. „Kleinigkeiten waren ausschlaggebend“, sagte Ian Hüter, der wie Patryk Biernacki acht Tore erzielte. „Dormagen ist eine unangenehme Mannschaft“, erklärte der mit zehn Treffern erfolgreichste Werfer Florian Billek nach den 60 intensiven Minuten. Nächster Gegner im TSV Bayer Sportcenter ist am kommenden Freitag, 1. Oktober, die DJK Rimpar Wölfe: Tickets

Natürlich fehlte Coburg der erkrankte Spielmacher Tobias Varvne. Aber was soll der TSV denn nach all den Ausfällen sagen? Die Rheinländer verkauften sich in der HUK Coburg Arena bestens und „wir hätten sicher einen Punkt verdient gehabt“, lobte Dusko Bilanovic seine Auswahl nach dem couragierten Auftritt. Dabei lief es in der ersten Hälfte nicht einmal optimal: Coburg wirkte nervös und machte einige Fehler, von denen der TSV sich anstecken ließ. So bauten die Gastgeber ihren Vorsprung bis auf 6:3 in der 11. Minute aus. Doch die Reaktion erfolgte prompt: Andre Meuser und Ian Hüter mit einem Doppelschlag brauchten nur anderthalb Minuten zum Ausgleich. Auch für das 7:7 war Ian in Unterzahl verantwortlich, als sein Bruder Patrick zwei Minuten absitzen musste.

Die Partie blieb offen, auch weil Patryk Biernacki immer wieder Torwart-Senior Jan Kulhanek (40) mit platzierten Würfen überwinden konnte. Dann waren es die von Ian Hüter angesprochenen Kleinigkeiten, von denen überwiegend Coburg profitierte. So machte Shooter Karl Toom schon mal mehr Schritte als erlaubt, Merlin Fuß kam zu oft zu einfachen Abschlüssen und als ein klares Foul nicht gepfiffen wurde, war Sprinter Florian Billek nicht zu halten. Pech auch eine Minute vor dem Pausenpfiff: In der Auszeit wurde ein Freiwurftrick besprochen, der hervorragend umgesetzt wurde - bis auf den Abschluss: Kulhanek wehrte gegen Tim Mast ab. Statt 16:15 gingen beide Mannschaften beim Stande von 17:14 für Coburg in die Kabinen, weil Tooms Gewaltwurf im TSV-Kasten einschlug.

Nachdem Biernackis Wurf nach dem Wiederanpfiff am Pfosten gelandet war, erhöhte Billek auf 18:14. Doch auch die klarste Führung der Coburger ließ die Dormagener nicht einknicken. Der jetzt an seine Glanztaten gegen Hamm und Bietigheim anschließende Martin Juzbasic machte beste Torchancen zunichte und vorne wartete der TSV mit gelungenen Spielzügen auf, die von Melanie und Norbert Karbach mit Trommelwirbel gefeiert wurden. Bilanovic: „Respekt, dass die Beiden die Reise trotz der Verletzung von Norbert auf sich genommen haben.“ Auf dem Spielfeld wurde es immer enger, Jakub Sterba sorgte mit seinem Konter für den 20:19-Anschluss und setzte im Verbund mit Ian Hüter einen hervorragend gespielten Kempa zum 20:20 ins Gehäuse. Es folgte ein genaues Anspiel von Andre Meuser zu Aron Seesing, der den TSV erstmals nach der Anfangsphase wieder in Führung (21:20) brachte.

Weil Biernacki mit einem Strafwurf an Jan Jochens gescheitert war, lief bei der nächsten Gelegenheit überraschend Lennart Leitz an die Linie - und traf eiskalt zum 25:25. Bilanovic hatte nach einem Schützen gesucht, „den Coburg nicht kennt.“ Leitz ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und netzte ein zweites Mal zum 28:27 ein. Danach verlief es ähnlich wie zum Auftakt in Hamm: Coburgs Trainer Alois Mraz nahm die Auszeit 30 Sekunden vor Schluss, als Sterba gerade den Ball erobern wollte. Juzbasic pariert anschließend gegen Billek und es bleiben noch 18 Sekunden zum möglichen Ausgleich. „Die letzte Aktion hätten wir etwas ruhiger angehen können“, haderte Ian Hüter mit dem Finale: Seinen Pass kann Aron Seesing nicht richtig annehmen, er wird dabei von der Coburger Abwehr behindert. Doch die Schiedsrichter sahen kein Foul, Coburg hält den Ball und das Spiel ist vorbei. „Schade“, sagt Bilanovic, „die Jungs haben gekämpft wie die Löwen.“

HSC Coburg - TSV Bayer Dormagen 28:27 (17:14)
Coburg: Kulhanek (5 Paraden), Jochens (ab 37., 4 P.), Apfel; Preller, Fuß (5), Toom (8), Billek (10/3), Mubenzem (1), Schäffer (2), Schikora, Dettenthaler, Kurch, Schröder (2), Bauer, Siegler.
Dormagen: Juzbasic (9 Paraden), Simonsen (23.-30.); Meuser (3), Leitz (2/2), Biernacki (8/1), I. Hüter (8), P. Hüter (1), Johannmeyer, Sterba (3), Seesing (1), Mast (1), Steinhaus.
Schiedsrichter: Kauth / Kolb.
Zuschauer: 1046.
Zeitstrafen: 2:4 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:3/4 (Jochens hält gegen Biernacki).
Spielfilm: 3:3 (7.), 6:3 (11.), 6:6 (13.), 10:10 (20.), 13:10 (23.), 15:14, 17:14 - 18:14, 19:18, 20:18 (39.), 20:21 (43.), 26:26 (57.), 28:26 (59.), 28:27.

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